Gold als Anlage
Wird ein Sofortkredit aufgenommen, fallen meist höhere Zinsen an als am Geldmarkt üblich. Deshalb wird jeder Kreditnehmer, ob Privatperson oder juristische Person, bestrebt sein, den Kredit so schnell wie möglich abzutragen. Nachdem das geschehen ist, sollten gesunde finanzielle Verhältnisse herrschen. Dann wird auch irgendwann einmal der Tag kommen, wo Überschüsse erwirtschaftet werden können und die Zeiten, als man dringend auf einen Kredit angewiesen war, gehören der Vergangenheit an. Diese Zeiten mögen auch bitte nicht wiederkommen. Nun stellt sich die (sehr angenehme) Frage, wie die erwirtschafteten Überschüsse zu verwenden sind. Die Entscheidung kann dann lauten, diese anzulegen. Verschiedenste Anlageformen kommen dann in Frage, die allerdings alle ein gewisses Risiko in sich bergen.
Die Anlageform mit dem geringsten Risiko ist zweifelsfrei das Gold. Historisch betrachtet war das Gold das erste Zahlungsmittel, das den reinen Tauschhandel von Waren ablöste. 560 v. Chr. wurden die ersten Goldmünzen geprägt aber auch schon zuvor war das Metall als solches ein Zahlungsmittel. Erst etwa 300 Jahre später wurden im Römischen Reich Münzen aus Gold geprägt. Späterhin wurden Silbermünzen geprägt, die aber mit der Zeit einen immer geringeren Silberanteil enthielten, was zu einer Geldentwertung und zu einem völligen Zusammenbruch des römischen Währungssystems führte. Deshalb ließen sich die römischen Soldaten ihren Sold in Form von Getreide auszahlen. Etwa um das Jahr 300 kehrte deshalb Kaiser Konstantin zur Goldwährung zurück. Schon in der damaligen Zeit manifestierte sich das Vertrauen der Menschen in das Edelmetall Gold. Dieses Vertrauen sollte sich bis zum heutigen Tag halten und stabilisieren.
Eine besondere Erscheinung war im späten Mittelalter zu beobachten. Der Bergbau befand sich in einer Phase des Niedergangs und konnte die steigende Nachfrage nach Edelmetall nicht mehr decken. Dies führte zu einer Dauerdeflation sowie zu einer langanhaltenden Depression in allen Wirtschaftszweigen. Gold wurde immer wertvoller.
Ähnliche Erscheinungen sind auch heute zu beobachten. Geologische Gegebenheiten machen die wirtschaftliche Ausbeutung der noch vorhandenen Goldminen immer schwieriger, die Förderung von Gold wird immer aufwändiger. Hinzu kommt eine ständig steigende Nachfrage nach diesem Metall in der High-Tech-Industrie, die nicht mehr befriedigt werden kann. So entwickelte sich der Preis des Goldes in den letzten Jahren stetig nach oben. Alle Währungen hingegen verloren dem gegenüber an Wert. Das gelbe Metall hat sich zu einer mit anderen Anlageformen stark konkurrierenden Größe entwickelt.